Bild Der Arbeitsmarkt Sport in Deutschland. Wie groß ist der Markt wirklich?

Der Arbeitsmarkt Sport in Deutschland. Wie groß ist der Markt wirklich?

Letzte Aktualisierung: 07.06.2021

von Tim Zwiener von fobimarkt.com

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Lesezeit: 5,0 Minuten

Der Arbeitsmarkt Sport in Deutschland – Zahlen, Fakten & Trends

Sport begegnet uns im Alltag ständig und überall. Sei es ein Artikel in der Zeitung am Morgen, die Übertragung der Fußball-Bundesliga im TV oder der wöchentliche Besuch eines Sportkurses, das Thema Sport ist aus der heutigen Zeit kaum wegzudenken. Nicht zuletzt die Ausbreitung der Sozialen Medien hat dafür gesorgt, dass Sport jederzeit und an jedem Ort präsent ist.

Was uns die Daten über die Bedeutung des Sports verraten.

Die Bedeutung der Branche spiegelt sich allerdings nicht nur in Berührungspunkten mit dem Leben der meisten Menschen wider, sie lässt sich auch anhand konkreter Daten belegen. Seit dem Jahr 2009 wird in Deutschland ein sogenanntes Sportsatellitenkonto (SSK) erstellt, um die Einschätzung der makroökonomischen Bedeutung des Sports innerhalb des Landes zu ermöglichen. Im Auftrag des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) werden unter anderem Informationen über den Sportkonsum der privaten Haushalte, zum Sportsponsoring, zur sportbezogenen Werbung und zum Sportanlagenbau gesammelt und ausgewertet.

71.600.000.000 Euro – So groß ist der Sportmarkt in Deutschland

Die aktuellste Ausgabe beinhaltet die Daten aus dem Jahr 2016. Aus diesem Bericht geht beispielsweise hervor, dass der Sportmarkt 2,3% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von Deutschland ausmacht. Das entspricht einem Wert von 71,6 Mrd. Euro. Ergänzend dazu sind insbesondere die Zahlen zum Konsum, der Produktion und der Investitionen rund um den Sport nennenswert. Während der Sportkonsum der privaten Haushalte in Deutschland rund 85 Mrd. € beträgt, stehen dem 117,5 Mrd. Euro für die Produktion von Sportgütern gegenüber. Auffällig ist hierbei, dass mit ca. 35% der größte Anteil der Sportproduktion auf die Produktion von öffentlichen und personenbezogenen Dienstleistungen zurückzuführen sind. Die Zahlen zu Konsum und Produktion in der Sportbranche werden durch die aufsummierten Investitionen in den Sport ergänzt. Im Vergleich erscheint diese Zahl mit 7,3 Mrd. Euro allerdings eher klein. Der Hauptteil der Gelder wurde in die Modernisierung von Sportanlagen investiert.

Sport ist so viel mehr wert als Geld.

Neben Statistiken zum geldlichen Wert des Sports, veranschaulicht der SSK-Bericht auch die Bedeutung für den Arbeitsmarkt. Im Jahr 2016 liegt die Zahl der Arbeitskräfte, die im Sport tätig sind, bei 1,29 Mio. Dies entspricht 3% aller Beschäftigten in Deutschland. Auch in diesem Bereich entfällt der größte Anteil wieder auf die öffentlichen und personenbezogenen Dienstleistungen (ca. 42%).

Abschließend werden in der Studie auch die Auswirkungen auf die Bruttowertschöpfung in Deutschland dargelegt. Mit knapp 62 Mrd. € liegt der Anteil an der gesamten Bruttowertschöpfung bei 2,2%. Vergleicht man dies mit anderen Branchen im Land, so lässt sich die Bedeutung des Sports gut in ein Verhältnis setzen. Während die

  • Herstellung von Metallerzeugnissen (2,1%) und
  • die Branche der Finanzdienstleister (2,5%)

ungefähr auf dem gleichen Niveau liegen, nehmen die Querschnittsbranchen

  • Tourismus (3,9%) und
  • Gesundheit (11,9%)

noch einen deutlich höheren Anteil ein.

Das Sportsatellitenkonto aus dem Jahr 2016 veranschaulicht deutlich die große Bedeutung, die der Sport in Deutschland in der Wirtschaft und der Gesellschaft einnimmt. Außerdem lässt sich anhand des Berichts ablesen, wie sich der aktuelle Sportmarkt in unserem Land gestaltet. Auf der Basis dieser Daten und weiterer Recherche lassen sich mögliche Entwicklungen in der Zukunft des Sports, sogenannte Trends, ableiten. Unterschieden werden kann generell zwischen Trends, die branchenübergreifend präsent sind, und Trends, die insbesondere Effekte auf den Sportmarkt haben können.

Demographischer Wandel

Dass die deutsche Bevölkerung altert, ist mittlerweile bekannt. Die Menschen werden immer älter während weniger Kinder geboren werden. Diese Entwicklung ist auch bedeutend für den Markt des Sports. Es wird damit gerechnet, dass vor allem die Nachfrage nach Sportangeboten für Senioren in den kommenden Jahren steigen wird. Damit einhergehend steigt folglich auch das Potential, entsprechende Angebote für die Altersgruppe zu entwickeln.

Gesundheitsbewusstsein

Aus dem Trend des demographischen Wandels geht ein steigendes Bewusstseins für die Gesundheit hervor. Die ältere Generation der Bevölkerung empfindet die Gesundheit im Alter als besonders wichtig und sucht wie bereits beschrieben nach entsprechenden Angeboten. Doch auch für jüngere Bürger:innen rückt das Thema mehr in den Mittelpunkt. Insbesondere das Ernährungsbewusstsein spielt hier eine große Rolle. Diesen Trend bestätigt die verstärkte Nachfrage nach vegetarischen und veganen Produkten in den letzten Jahren.

Erholung aus den Folgen der Covid-19 Pandemie

Das Jahr 2020 hat der Welt vor viele Herausforderungen gestellt. Die Pandemie sorgte in nahezu allen Branchen für Einbußen. Die Sportindustrie erwirtschaftete in dem letzten Jahr ungefähr 61 Mrd. Euro weniger. Einer der Tiefpunkte war die notwendige Verschiebung der Sport-Megaevents Fußball-Europameisterschaft und Olympische Spiele. Nun sollen die Events nachgeholt werden. Passend dazu wird in der gesamten Sportbranche eine deutliche Erholung von den Folgen der Pandemie erwartet. Vor allem die Wiedereröffnung der Sportartikelläden in den Innenstädten macht große Hoffnung auf eine steigende Nachfrage verbunden mit steigendem Umsatz. Folglich kann vermutet werden, dass auch die Nachfrage nach Arbeitskräften ansteigen wird.

Sicherung des Fachkräftebedarfs als große Herausforderung

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes ist vor allem abhängig von konjunkturellen, gesamtwirtschaftlichen, demographischen und gesellschaftlich-strukturellen Effekten. Deshalb resultiert aus der Erholung von den Folgen der Pandemie und dem demographischen Wandel beispielsweise eine erhöhte Nachfrage nach Fachkräften. Im Sport sind es vor allem die Vereine, die insbesondere den Mangel an ehrenamtlichen Mitarbeitern beklagen. Doch bereits auch in der schulischen Ausbildung lassen sich Anzeichen erkennen. Eine Prognose sagt voraus, dass im Jahr 2025 der Tiefststand an Schulabschlüssen (773.300) erreicht werden soll. Gleichzeitig gebe es eine Tendenz hin zu höheren Schulabschlüssen und einer wachsenden Studienneigung. Es wird deutlich, dass die Sicherung des Fachkräftebedarf eine der großen Herausforderungen im Sport darstellt.

Flexibilisierung des Arbeitsmarktes

Auf dem Arbeitsmarkt Sport gibt es momentan zahlreiche Trends, die sich unter dem Oberbegriff Flexibilisierung des Arbeitsmarktes zusammenfassen lassen. Ein Anzeichen für die Flexibilisierung ist die Abnahme der Branchengrenzen im Sport. Das wird unter anderem aufgrund des Beispiels des sogenannten “Athleisure” deutlich. Gemeint ist das Tragen von Sportkleidung als Mode im Alltag, was gerade in Zeiten der Corona-Pandemie an großer Beliebtheit gewonnen hat. Außerdem wird der Arbeitsmarkt von einem häufigen Wechsel der Arbeitgeber, der Branchen und/oder der Tätigkeiten geprägt. Als ausschlaggebenden Grund führen die Arbeitnehmer die steigenden Mobilitätszwänge am Markt an. Diese Entwicklung wird durch die sogenannte “Generation Z” verstärkt, die eine höhere Mobilitätsbereitschaft und eine Neigung zu häufigeren Berufswechseln aufweist. Die Abnahme der Branchengrenzen, die steigenden Mobilitätszwänge und die Neigung zu häufigeren Berufswechseln haben zur Folge, dass Arbeitnehmer zunehmend konkurrenzfähig bleiben müssen. Ein erfolgreicher Studienabschluss wird zu einer immer notwendigeren, aber nicht ausreichenden Voraussetzungen für eine erfolgreiche berufliche Karriere. Für die Beschäftigten entsteht somit in Zukunft fast eine Art Zwang zu Fort- und Weiterbildungen und einem lebenslangen Lernprozess.

Suche nach qualifizierten Trainern/Übungsleitern

Ein weiterer Trend, der den Arbeitsmarkt des Sports betrifft. Insbesondere die Fitnessbranche sucht verstärkt nach qualifizierten Trainer:innen mit hohem Ausbildungsstand. Es besteht eine erhöhte Nachfrage nach Coaching-Skills, Kenntnissen im Ernährungssektor und eine gewisse Sozial- und Medienkompetenz. Hinzu kommen neue Herausforderungen aufgrund digitaler Erneuerungen wie Online-Fitnesspläne und die Anwendung von Fitness-Apps. Die Arbeitgeber versprechen sich durch emphatische, qualifizierte Trainer/Übungsleiter vor allem mehr Betreuungs- und Servicequalität.

Betriebliches Gesundheitsmanagement als aufsteigendes Segment

Das betriebliche Gesundheitsmanagement, kurz BGM, ist einer der Top-Trends im Gesundheitssport. Nicht nur die Bürger:innen interessieren sich vermehrt für das Thema Gesundheit (siehe Trend Gesundheitsbewusstsein), auch die Betriebe setzen mittlerweile auf die Fitness und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Das Ziel ist, das Wohlbefinden der Angestellten und das Klima innerhalb der Unternehmen zu verbessern. Deshalb wird auch in diesem Bereich ein deutlicher Zuwachs an Angebot und Nachfrage im Sportmarkt erwartet.

Fazit

Die Querschnittsbranche Sport ist nicht nur präsenter denn je, sie nimmt auch eine bedeutende Stellung in der Wirtschaft und Gesellschaft Deutschlands ein. Dies wird anhand der Daten aus dem Sportsatellitenkonto 2016 deutlich. Spannend wird insbesondere die

weitere Entwicklung des Arbeitsmarkts Sport. In diesem Bereich lassen sich zahlreiche Trends herausfiltern, denen der Sport in Zukunft ausgesetzt sein könnte.

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