Bild Physiotherapie: Welche Fobis und Soft-Skills wünschen sich Arbeitgeber:innen?

Physiotherapie: Welche Fobis und Soft-Skills wünschen sich Arbeitgeber:innen?

Letzte Aktualisierung: 08.02.2021

von fobimarkt

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Lesezeit: 3,0 Minuten

Physiotherapie - Die wichtigsten Fortbildungen und Eigenschaften

Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen ist bekanntermaßen groß. Doch was müssen Physiotherapeut:innen am Arbeitsmarkt mitbringen? Wir haben 100 aktuelle Job-Angebote für Physiotherapeuten (m/w/d) analysiert und herausgearbeitet, worauf Arbeitgeber wert legen. Welche Qualifikationen und welche Soft-Skills sind gefragt? Wie stehen die Chancen für Berufseinsteiger:innen? Wir geben Euch die Antworten.

Vorweg: Anforderungsprofile von Physiotherapeut:innen können höchstunterschiedlich sein und gehen mit den Behandlungsschwerpunkten der Einrichtung des Arbeitgebenden einher. Ähnlich wie in anderen Heilberufen gibt es bei Physiotherapeut:innen fachliche Schwerpunkte. Diese prägen die Karriere oft langfristig. Deswegen reicht der Artikel nicht aus, um jedes Fachgebiet umfänglich abzubilden. Unser Beitrag soll den derzeitigen Bedarf und die aktuellen Bedürfnisse des Arbeitsmarkts für Physiotherapeut:innen widerspiegeln. 

Chancen für Berufseinsteiger 

Es ist die größte Sorge von Auszubildenden und Absolvent:innen: Bekomme ich direkt eine Stelle? Die Sorge ist allerdings nicht wirklich berechtigt. Die Agentur für Arbeit weist der Physiotherapie erneut einen ausdrücklichen „Fachkräftemangel“ aus. Bei einer bundesweiten Arbeitslosigkeit für Physiotherapeut:innen von nur 0,8 % wird händeringend nach Nachwuchskräften gesucht. Das zeigt sich auch in den aktuellen Stellenanzeigen. Lediglich 18 % der Job-Anzeigen verlangen eine mehrjährige Berufserfahrung als Voraussetzung. Über 20 % sprechen Berufseinsteiger:innen sogar gezielt an. Für die übrigen 62 % ist Berufserfahrung kein entscheidendes Kriterium. Die Chancen für Berufseinsteiger:innen den Direkteinstieg zu schaffen, stehen also sehr gut.

Die gefragtesten Weiterbildungen: Manuelle Therapie, Manuelle Lymphdrainage, Bo- bath, PNF und KGG.

Zertifikatsweiterbildungen – das A und O? 

Was sind die 5 wichtigsten Weiterbildungen für Arbeitgeber:innen? In Stellenanzeigen fanden wir es selten von, dass bestimmte Fortbildungen als zwingende Voraussetzung genannt wurden. Dennoch sind es ganz bestimmte Fobis, die sich Arbeitgeberinnen wünschen. Den Gesamtmarkt betrachtend, sind dies zweifellos die Zertifikatsweiterbildungen. Manuelle Therapie (41 %), Manuelle Lymphdrainage (32 %), Bobath (25 %), PNF (25 %) und KGG (13 %) sind für Chef:innen wünschenswert, allerdings nicht zwingend für eine Einstellung erforderlich. Hintergrund des Ergebnisses ist sicher die hohe wirtschaftliche Relevanz dieser Weiterbildungen. Auch die damit einhergehende Berufserfahrung dürfte eine Rolle spielen, wenngleich Berufserfahrung vielmals keine zwingende Voraussetzung ist. Weitere mehrmals erwähnte Fortbildungen in der Auswertung waren: KG-ZNS, Vojta, Bobath (Kinder), Atemtherapie, Kinesio-Taping, Medizinische Trainingstherapie (MTT), CMD, Faszientechniken und Sport- und Bewegungstherapie.

Die gefragtesten Soft-Skills: Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Verantwortungsbewusst- sein, Zuverlässigkeit, und Selbstständigkeit

Teamplayer und Einzelkämpfer zugleich? 

Auch bei den persönlichen Eigenschaften zeichnet sich ein klares Bild. Arbeitgeber:innen verlangen ganz bestimmte Soft-Skills, wenn es um Wunsch-Angestellte geht. Im Fokus steht der Umgang mit Patient:innen und Kolleg:innen. Teamfähigkeit ist für 40 % der Arbeitgeber:innen ein absolutes Muss! Kommunikationsfähigkeit (23 %), Verantwortungsbewusstsein (18 %), Zuverlässigkeit (16 %) und Selbstständigkeit (12 %) vervollständigen die 5 gefragtesten persönlichen Eigenschaften. Zudem wurden Einfühlungsvermögen, Einsatzbereitschaft, Fortbildungsbereitschaft, Motivation und ein gepflegtes Auftreten häufiger genannt. Vereinzelt wünschen sich Arbeitgebende Eigenschaften wie eine hohe psychische Belastbarkeit, Ausdauer und Führungserfahrung. Die Hürden an zwischenmenschliche Fähigkeiten werden also hoch angesehen. Arbeitgebende wünschen sich einen adäquaten Umgang mit Patient:innen und den eigenen Kolleg:innen. Im Umgang mit Patient:innen sind Physios jedoch Einzelkämpfer. Eine gesunde Mischung und vielseitige persönliche Eigenschaften zeichnen gefragte Physiotherapeut:innen aus. 

Die Auswertung der Stellenanzeigen fand im Oktober 2020 statt. Es wurden 100 Stellenanzeigen über das Job-Portal StepStone mit der Berufsbezeichnung Physiotherapeut (m/w/d) verwendet. Nicht berücksichtigt wurden Angebote, in denen Führungspositionen ausgeschrieben waren. Ebenfalls ausgeschlossen wurden Arbeitsgesuche, die nicht alleinig die Berufsbezeichnung Physiotherapeut (m/w/d) angesprochen haben (z. B. Rehatrainer:in). Wir bitten zu berücksichtigen, dass diese Auswertung nur eine Momentaufnahme darstellt. Eine erneute Untersuchung zu einem anderen Zeitpunkt kann abweichende Ergebnisse hervorbringen. Wir freuen uns daher, den Arbeitsmarkt für Physiotherapeut:innen weiterhin genau zu beobachten und weitere Analysen durchzuführen!
 

Kommentare

  • Julian L. 03.12.2020

    Super Beitrag, danke! Die Lesezeit hat auch gestimmt!

  • Max H. 18.11.2020

    Hallo liebes fobi-Team, vielen Dank für diesen Beitrag! Ich denke, dass ich bei dem angesprochenen hohen Fachkräftemangel bestimmt etwas passendes finde - bin nämlich gerade auf der Suche.

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